Kokand

Die Stadt Kokand liegt im Osten von Usbekistan, am südwestlichen Rand des Fergana-Tals, 404 Meter über dem Meeresspiegel. Die ersten Informationen über Kokand wurden in Aufzeichnungen des chinesischen Diplomaten Chjan Tzyan gefunden. Er kam in diplomatischer Mission in den Staat Davan im Jahre 138 v. Chr., der sich auf dem Hoheitsgebiet eines gegenwärtigen Fergana-Tals befand.In seinem Bericht an den chinesischen Kaiser beschrieb er eine Stadt Kanguy, die ein alter Vorgänger von Kokand sein könnte. Wie viele andere Städte Usbekistans, spielte Kokand eine Rolle als wichtiger Knotenpunkt an der Seidenstraße und diese Position verursachte die kulturelle und wirtschaftliche Entwicklung der Stadt. Kokand wurde als "Kawakend" ("schöne Stadt") im 10. Jahrhundert bekannt und von Dschingis Khans Horden im 13. Jahrhundert zerstört.

 In den Jahren 1571-1626 wurde Kokand wieder aufgebaut und wurde ein Teil des Emirats von Buchara. Eine neue Festung wurde an der Stelle der ehemaligen Eski-Kurgan Zitadelle im Jahre 1732 gebaut und sie legte den Grundstein des modernen Kokand. Die Stadt wurde 1740 die Hauptstadt des Khanats von Kokand. 

Im 19. Jahrhundert gehörte das Gebiet von Kokand zu den modernsten Teilen Usbekistans, Süd-Kasachstans, Kirgisistans, Tadschikistans und Chinas. Es war ein mächtiger und starker Staat. 29 Herrscher prägten seit 1740 das Bild Kokands. Khudoyar Khan jedoch lieferte den wohl wichtigsten Beitrag in der Geschichte des Khanats. Er wurde 1845 Regent im Alter von 12 Jahren und regierte bis 1876, als das Khanat vom russischen Reich annektiert wurde. Der Khan lenkte große Aufmerksamkeit auf die Entwicklung der Stadt und ließ eine Reihe von Moscheen, Medresen und einen Palast erbaut.
Der Palast von Khudoyar Khan ist einer der wichtigsten Sehenswürdigkeiten von Kokand und ist von historischer Bedeutung. Der Bau des Palastes wurde 1871 begonnen und wurde von Mir Ubaydullu gestaltet.
Architekten nicht nur aus Kokand, sondern auch aus Chust, Namangan und Kashgar bauten an dem Palastgebäude. Der Bau hatte eine Länge von 138 m und eine Breite von 65 m. Es gab 7 Höfe und 119 Zimmer im Palast. Das Fundament war drei Meter hoch und eine spezielle Rampe, der Pandus führte zum
Haupttor aus östlicher Richtung. Nur 2 Höfe und 19 Zimmer blieben bis in unsere Tage erhalten. Erfahrene Architekten haben die Schönheit der großen Palast Fassade restauriert. Die Fassade mit prächtigen Ornamenten, sind mit geometrischen Mustern, Arabesken und Blüten verziert. Eine Inschrift in arabischer Ligatur über dem Bogen erwähnt Mukhammad Khudoyarkhan den Großen. Der Palast vereint die Fähigkeiten und den traditionellen Stil der Architekten im Fergana-Tal.
Es gibt noch weitere Sehenswürdigkeiten in Kokand, wie die Norbutabi Medrese (1799); die Juma (Jomi: Freitag) Moschee, unter der Herrschaft von Umarkhan (1809-1822) erbaut; den Friedhof der Khane von Kokand; das Madori Khan Mausoleum (1825), zu Ehren der Mutter von Umarkhan, das zu einem der interessantesten Beispiele der islamischen Architektur zählt.