Nurata

Nurata liegt in der Navoi Provinz, in den Ausläufern der Nurata Berge. Der Name der Stadt geht auf den Namen einer der Ausläufer des Gissar-Alai Bergrückens zurück, der sich bis in die Wüste Kyzylkum erstreckt. Der höchste Gipfel der Bergkette ist der Hayatbashi mit 2169 Metern.

Bereits in der Antike existierte eine große Siedlung an dieser Stelle. Diese Siedlung hatte eine günstige geographische Lage, weil sie an der Grenze zwischen den Oasen und der Steppe gelegen war. Beschreibungen der Region durch Chronisten verschiedener Zeitalter sind bis heute erhalten geblieben. Der bedeutende Wissenschaftler Muhammad Narshahi erwähnte bereits im 10. Jahrhundert die Siedlung Nur im Buch «Geschichte von Buchara». Er schrieb, dass viele Menschen, die den Propheten Mohammed gesehen hatten, hier begraben seien. Diese Siedlung wurde zu einem Ort der Anbetung für Pilger aus verschiedenen Städten des Orients.

 

Die Stadt Nurata ist auch heute noch eines der wichtigsten religiösen Zentren in Usbekistan. Das Zentrum mit dem Namen Chashma, umfasst den gesamten Komplex der religiösen Monumente: eine Quelle, einen Brunnen, die Dzhuma Moschee, den Nur-Ota Friedhof. Von der Quelle berichtet eine Legende, die mit einem Meteoriten-Absturz verbunden ist. Vor 40.000 Jahren soll das strahlende Licht des Meteoriten auf die Stelle gefallen sein, an der das Wasser der Quelle mit seiner heilenden Wirkung an die Erdoberfläche trat. Die ansässige Bevölkerung sah in dem Meteoriten ein göttliches Zeichen und sie riefen: Allah hat uns einen Strahl gesandt („Nur“ in der Übersetzung: der Strahl). Damit war durch diese Legende der Name der Siedlung Nurata geboren. Die Wassertemperatur der heiligen Quelle liegt bei konstant 19,5 Grad. Nach Expertenuntersuchungen befinden sich 15 Mikroelemente, unter ihnen Gold, Silber, Jod, Brom, in dem Wasser. Dank der Präsenz von Silber, kann das Wasser auch bei längerer Lagerung in Gefäßen nicht verderben. Das darin enthaltene Brom hat eine beruhigende Wirkung auf den menschlichen Körper. In der Quelle lebt der Marinka-Fisch, der diese Mikroelemente frisst und ohne Schuppen ist. Aus diesem Grund wird er nicht gefangen und als Lebensmittel verwendet. Das Wasser aus der Quelle fließt entlang der Stadt in einem Graben.
Oberhalb der Quelle liegt die Dzhuma Moschee mit ihren 40 Säulen und einer Kuppel von etwa 16 Metern Durchmesser, die zu den größten in Zentralasien zählt. Die Moschee hat eine gute Akustik. Die geflüsterte Worte in der Gebetsnische, dem «Mihrab», sind in der ganzen Moschee deutlich hörbar. Große Gefäße (Xum) sind an vier Stellen unterhalb der Kuppel in den Wänden eingebaut, die diesen durchschlagenden Effekt ermöglichen. Es gibt eine weitere Legende über den Ursprung des Namens der Stadt, die mit der Grabstätte des heiligen Nur-Ata verbunden ist. Südöstlich von der Quelle liegt der Nur-Ata Friedhof. Jeder Pilger, der diesen Komplex besucht, verneigt den Kopf vor seinem Grab und betet zu ihm. Im Süden der Quelle gibt es einen Grabplatz, in dem die Ehefrau und die Mutter von Nur-Ata begraben wurden. In der Nähe der Quelle befindet sich ein Brunnen mit einer Tiefe von etwa 6 Metern, deren Wände aus rohen Steinen bestehen und in deren Rissen Peganum wächst.
Neben den kultischen Gebäuden in Nurata, sind die Ruinen der Festung von Alexander dem Großen im 4. Jahrhundert v. Chr. erhalten geblieben, die am südlichen Stadtrand von Nurata liegen. Es ist eines der ältesten und bedeutendsten archäologischen Denkmäler in der Republik Usbekistan. Das Gelände der antiken Siedlung besteht aus mehreren Teilen, die von mächtigen Mauern mit Türmen umgeben wurden.
Der Eingang befand sich in der Mitte der nördlichen Mauer. Von Süden her ruhen die Mauern an Felsen. Die Festung grenzt an die Nur-Quelle und wurde von Nordwesten nach Südosten erweitert. Die südliche Mauer wird von vier runden und halbrunden Türmen verstärkt. Im Osten sind mehr als die Hälfte der Mauern teilweise erhalten geblieben. Der nordwestliche Teil ist am stärksten zerstört. Vom südöstlichen Turm verläuft eine Konstruktion in Form eines Korridors mit einer Länge von 130m und einer Breite von 16 m. Er endet an einem rechteckigen Wachturm mit den Ausmaßen von 26х26 m. Die anschließende Ausgrabung auf dem Gelände der antiken Siedlung wurde nicht zur Gänze durchgeführt. Diese Festung wurde wahrscheinlich als strategisches Bauwerk an der Grenze zwischen den landwirtschaftlichen Flächen und der Steppe gebaut. Die Anlage einer einzigartigen unterirdischen Wasserleitung, das Nurata Kariz System, wird auch mit dem Namen des großen Feldherrn Alexander des Großen in Verbindung gebracht. Kariz wurde als eine Wasserleitung von der Quelle bis zum Ort des Verbrauchs gelegt und erreichte eine Länge von mehreren Kilometern.