Samarkand

Samarkand ist eine der ältesten und schönsten Städte der Welt. Sie birgt einzigartige Schatzkammern des kulturellen Erbes der Völker im Orient. Während seiner langen Geschichte wurde Samarkand unter verschiedenen Namen bekannt. Die Stadt hieß Sogdiana, Marakanda, Afrosiab.
Die ersten Funde in Samarkand gehen auf das erste Jahrtausend v. Chr. zurück. Die Ruinen von Sogdiana, die Hauptstadtdes alten Landes Sogd, sind in ihren Erdschichten gespeichert.
Wie viele andere Städte der menschlichen Zivilisation wurde auch die Geschichte Samarkands durch eine Reihe von historischen Schicksalsschlägen bestimmt. Während der verschiedenen Epochen war die Stadt unter der Herrschaft von Persern, Griechen, Chinesen, Arabern und der östlichen Turkvölker. Im 4. Jahrhundert v. Chr. wurde die Stadt von der Armee Alexander des Großen besetzt und erstmals unter dem Namen Marakanda schriftlich erwähnt.

Vom 1.-3. Jahrhundert n. Chr. erreichte Samarkand ihre Blütezeit, als die Stadt Teil des Kushan-Reiches wurde und an die Hauptverkehrsadern der Großen Seidenstraße angeschlossen wurde. Wie Sonnenstrahlen zerstreuten sich die Handelsrouten der Seidenstraße in verschiedene Richtungen deren Bindeglied Samarkand war. 

Im 7./8. Jahrhundert entwickelten sich in Samarkand Handel und Kultur weiter und sie wurde zu einer großen und prosperierenden Stadt. Aber die mongolische Invasion zu Beginn des 13. Jahrhunderts unterbrach das friedliche Leben von Samarkand. Afrasiab, so der damalige Name der Stadt, wurde von den Armeen Dschingis Khans dem Erdboden gleichgemacht. Die Stadtbefestigung wurde zerstört; Paläste und Häuser wurden abgebrannt und das bekannte Wasserleitungssystem, durch das die Bürger der Stadt mit kristallklarem Wasser über mehrere Jahrhunderte versorgt wurde, zerstörte man. Ehemals blühende und duftende Gärten wurde in Sandflächen verwandelt.
Allerdings wuchs die Stadt wieder wie Phönix aus der Asche empor und am Ende des 14. und Anfang des 15. Jh. setzte sich die blühende Entwicklung weiter fort. Samarkand wurde zur Hauptstadt eines riesigen Reiches, das sich vom Indus bis zum Bosporus erstreckte. Dieser Aufstieg von Afrasiab war mit dem Beginn der Regierungszeit des großen Kommandeurs Amir Timur verbunden. Er wollte aus seiner Hauptstadt eine elegante und grandiose Stadt machen, die die Schönheit aller anderen Städte der Welt übertraf. Während Amir Timurs Herrschaft und seinen Timuriden Nachkommen (1370-1499), wurde Samarkand die Hauptstadt des Weltreiches. Zum Zeitpunkt der Herrschaft seines Enkels, dem Wissenschaftler und Astronom Ulugbek, wurde die Stadt ebenfalls zu einem herausragenden Zentrum der Wissenschaft, Kunst und Kultur in der Region. Einzigartige Baudenkmäler aus der Epoche von Amir Timur und den Timuriden verblüffen in ihrer Schönheit und Form
und konnten in Samarkand bis heute bewahrt werden. Obwohl die weiteren historischen Ereignisse auch auf Samarkand einen Einfluss hatten, konnte die Mehrheit der herrlichen Kreationen von damals gerettet werden, so dass auch heute noch viele Denkmäler des Mittelalters existieren und niemanden unberührt lassen.
Wir können nicht umhin die Ruinen der prächtigen Bibikhanum Moschee aus Amir Timur Zeiten oder das Gur-Emir Mausoleum mit seiner himmlischen, gerippten Kuppel zu bewundern. Meisterwerke wie das Shakhi-Zinda Ensemble und der Registan Platz können als Perlen der orientalischen Architektur bezeichnet werden. Diese und viele andere Gebäude besetzen einen hohen Platz in der Geschichte der Weltarchitektur und durch ihre künstlerische Würde rangieren sie auf Augenhöhe mit bekannten Baudenkmälern in Ägypten, Indien und Iran.
Über Jahren hinweg zogen die Straßen Samarkands Reisende und Handwerker, Kaufleute und Dichter, Pilger und Diplomaten in diese "kostbare Perle der Welt".