Taschkent

Taschkent liegt im südöstlichen Teil von Usbekistan, auf 440 bis 480 Meter über dem Meeresspiegel. 

Die geographische Lage der Oase Taschkent, in der Mitte des Sirdarya und seinen Zuflüssen Tschirtschik und Ahangaran,wurde eine Basis für die Siedlungen der Bauern und Viehzüchter. Früher trug diese Oase den Namen "Chach".  Eine solche Stätte wurde in der Siedlung Shashtepa im Süden der Stadt gefunden. Die Einwohner von Shashtepa säten Gerste und Weizen und hielten Rinder. Die Weberei wurde ebenfalls entwickelt.
Im 7./8.Jh. v.Chr. entvölkerte sich die Siedlung dieser Oase aus unbekannten Gründen. Im 3. Jh. v. Chr. wanderten neue Siedler ein. Außer der Nekropole, blieben jedoch keine Reste in Shashtepa. Archäologen fanden Geschirr, runde Spiegel aus Bronze, Spangen mit dem Bildnis eines Dromedars, die belegen, dass die Einwanderer aus der Uralregion und der Povolje Region kamen.
Archäologische Ausagrabungen belegen religiöse Gebäude und eine Stadtmauer. All diese Gebäude sind typisch für die Architektur im alten Orient. Die Stämme dieser Region besaßen die Fähigkeit der Stadtplanung, die die Grundlage für die spätere Stadt Taschkent bildete. Allerdings starb das Leben dieser ehemaligen Stadt aus. Nur ein 20 Meter hoher Rest der Zitadelle ist auf der 25 Hektar großen Fläche von Shashtepa erhalten.

Das erste Mal wird der Name Chach 262 v. Chr. in einer Schrift von Schapur I., Shah der Sassaniden, auf einer zoroastrischen Kaaba im Iran erwähnt. Die ersten Informationen über Taschkent enthalten chinesischen Chroniken aus dem 2. Jh. v. Chr. Die Chinesen nannten diesen Ort Yuni, später bekam die Stadt den Namen Shi. 

Als sich wichtige Handelswege der Großen Seidenstraße nach Norden verschoben, wurde die Oasensiedlung Ming Uryuk zur Hauptstadt.
Während archäologischer Ausgrabungen in der Siedlung Ming Uryuk (1.Jh v.Chr.-7. Jh. n. Chr.) wurde die Existenz eines Palastes mit Hallen, Fluren, einem Feuer-Heiligtum und Wandfresken im Stil der sogdischen Kultur nachgewiesen. Der Name 'Ming Uryuk' wird als 'Tausend Aprikosen' übersetzt und verweist auf den Anbau von diesen Früchten in der Nähe der Siedlung. Von der Siedlung blieb lediglich ein kleiner Hügel von 100x80 Metern erhalten.Chach wurde von den Ephtaliten im 5. Jh. eingenommen und gehörte ab dem 6. Jh. zum Turkkhanat.

Die Stadt wurde von arabischen Eroberern im 8. Jh. völlig zerstört. Sie vernichteten das System der Wasserversorgung, so dass die Menschen diesen Ort verlassen mussten. In dieser Periode wurde die Stadt unter dem arabischen Namen Shash bekannt. Nach einiger Zeit wurde die Siedlung von Nordwesten her neu aufgebaut und bekam den Namen Binkent. Sie verwandelte sich schnell in ein großes Handelszentrum, durch das die Karawanen mit Waren der Großen Seidenstraße zogen.

Vom Ende des 10.Jh. bis zur Mitte des 12.Jh. war Chach ein Teil des Staates der Karakhaniden. Genau in dieser Zeit bekam die Stadt ihren neuen Namen Taschkent. Dieser Name kann als "steinerne Stadt" übersetzt werden. In chinesischen Chroniken wurde die Oase Chach als Shi (Stein) bezeichnet. Dabei handelte es sich nicht um gewöhnliche Steine, sondern um Halbedelsteine, die das Reichtum der Chatkal-Berge waren. So kann der heutige Name von Taschkent als "Stadt der edlen Steine" übersetzt werden.

Am Anfang des 13. Jh. wurde die Oase durch den khorezmischen Shah Mukhammad eingenommen. Während der mongolischen Invasion (1220) hatte Taschkent jedoch keine politische Bedeutung im Vergleich mit anderen Städten der Region.
Vom 14. Jh. bis zum Anfang des 15. Jh. wurde Taschkent ein Teil des Staates von Timur und den Timuriden und war der nördliche Festungsposten in ihrem Reich.
Am Anfang des 16.Jh., nach der Auflösung des Timuriden Staates, wurde Taschkent ein Teil des Sheybaniden Reiches. Die Stadt wurde mit einer neuen Mauer umgeben. Während der Sheybaniden Herrschaft errichtet man eine große Anzahl von Gebäuden, die bis heute erhalten geblieben sind. Ein leuchtendes Beispiel der Architektur der damaligen Zeit ist Medrese Kukeldash.

Vom Ende des 16. Jh. bis zum 18.Jh. wurde Taschkent ein Teil des Khanats von Kokand. In Anbetracht der Handelsbeziehungen zwischen dem Khanat von Kokand und Russland, wurde in Taschkent ein rascher wirtschaftlicher Aufschwung verzeichnet. Während dieser Zeit, wurde die Stadt mit einer Mauer von 20 Kilometern und 12 Toren umgeben.

Im Jahr 1865 wurde Taschkent ein Teil des Russischen Reiches und ab 1867 das Verwaltungszentrum des General-Gouverneurs von Turkestan. Im Jahr 1924 wurde die Usbekische Sozialistische Republik gegründet, deren Hauptstadt von 1925 bis 1930 zunächst Samarkand war; 1930 wurde die Hauptstadt nach Taschkent verlegt.

Am 1. September 1991 wurde die Unabhängigkeit der Republik Usbekistan proklamiert.
Nach der Unabhängigkeit erhielt Taschkent ein neues Erscheinungsbild: es entstanden neue Parks, moderne Verwaltungsgebäude und Wohnhäuser wurden errichtet, religiöse Zentren erbaut, die Basare vergrößert und die Straßen verbreitert.
Ein Beispiel für das neue architektonische Bild wurde der Unabhängigkeitsplatz, der Alisher Navoiy Park, der Amir Temur Platz, das National Museum der Timuriden Geschichte und die Kunstgalerie.
Die Visionen moderner Architekten verkörpern sich in den neuen religiösen Komplexen Khast Imam und Kukcha.
Taschkent, die moderne Stadt mit ihren orientalischen Aromen ist eine wahrhafte "Perle des Ostens".