Schachrisabz

Dank der günstigen geographischen Lage war Shahrisabz eine der wichtigsten Handelsplätze an der Großen Seidenstraße. Vor kurzer Zeit feierte Shahrisabz sein 2700jähriges Jubiläum. Die Ausgrabungen der Archäologen berichten über die Geschichte der antiken Siedlung aus dem 8./9. Jh. v. Chr. Sugda, Nautaka, Kesh, Shahrisabz - antike Siedlungen, die von ihrer historischen Vergangenheit zeugen.

Die Blüte der antiken Stadt kam erst im 7. Jahrhundert n. Chr. Wahrscheinlich erhielt sie in dieser Zeit den Namen Kesh. 699 wurde Kesh von den Arabern belagert und bis zur Mitte des 8.Jahrhunderts kämpften die Menschen gegen die Eroberer. Von 776 an wurde Kesh unter der Führung von Mukanna zum Zentrum des Kampfes gegen die arabischen Eroberer. Nach der Niederlage dieser Bewegung wurde die Stadt zerstört. Nach und nach entstand eine neue Siedlung 7 km südlich, auf dem Gebiet des modernen Shahrisabz.

In der persischen Sprache bedeutet das Wort Shahrisabz "die grune Stadt". Die Übersetzung repräsentiert durchaus die Wirklichkeit, da die Stadt im Grün der Gärten und Weinberge versinkt.

Während der Herrschaft des großen Amir Timur und seiner Nachkommen im 14.-15. Jh. erreichte die Stadt die Periode der höchsten Blüte. Timur wurde im Jahre 1336 in der Siedlung Hodscha Ilgor, nahe der Stadt geboren, wo er auch seine Kindheit und Jugend verbrachte. Und obwohl Samarkand ab 1370 die Hauptstadt seines Reiches war, maß er seiner Heimatstadt in den 35 Jahren seiner Regentschaft eine besondere Bedeutung bei. Shahrisabz wurde eine inoffizielle Hauptstadt seines großen Reiches. Die Stadt empfing Botschafter und Besucher aus den großen Staaten Europas und Asiens. Namhafte Wissenschaftler, Kalligraphen, geschickte Meister besuchten diese Stadt. Dies förderte die Blüte von Kunst und Wissenschaft, Handel, Handwerk und den Ausbau der Stadt. Architekten und Meister aus allen Teilen des Reiches: aus Choresm, Iran, Irak und Nord-Indien bauten herausragende, architektonische Gebäude in Shahrisabz.

Das majestätische und unvergleichliche Gebäude des "Ak-Saray" Palasts (Weißer Palast) dient als Beispiel dafür. Der Palast sollte alle anderen Paläste durch seine Größe übertreffen. Der Bau dauerte annähernd 20 Jahre und als er fertig war, begeisterte er mit seiner Schönheit alle Zeitgenossen. Die Wohngebäude des Komplexes waren um mehrere Innenhöfe gruppiert, die Fassaden durch farbige Fliesen verziert, die Innenräume wurden mit Gold und Azur ausgekleidet und der Hof war mit weißen Platten gepflastert. Nur zwei Pylonen des Eingangsbogens sind heute vom Palast geblieben.

Während der Regierungszeit von Sheibanid Abdullahan II im 16.Jh., war Shahrisabz Teil von Buchara und verlor zunehmend an Bedeutung. Im 17./18. Jahrhundert setzte sich dieser Prozess weiter fort und erst im 18. Jh. konnte die Stadt unter der Herrschaft von Nazarbek wiederbelebt werden. Während dieser Zeit wurden Rekonstruktionen in der Stadt und vor allem, in den bekannten architektonischen Ensembles durchgeführt.

Heute ist Shahrisabz eine blühende Stadt in Usbekistan. Die restaurierten Monumentalbauten der Timuriden Epoche hinterlassen einen bleibenden Eindruck im Gedächtnis aller Besucher.