Brot über alles

Frisch gebackenes Brot mit knuspriger Kruste ist die beste Mahlzeit, die mit nichts zu vergleichen ist! Für die Usbeken gilt Brot als heilig und man behandelt mit Brot mit Sorgfalt. Die flachen Brotlaibe werden in Usbekistan in einem speziellen Lehmofen „ Tandyr“ mit dem Namen „NON“ gebacken. Zwei Arten von Fladenbroten sind berühmt: "Obi-non"- aus Mehl und Wasser und "Patir non" -aus Mehl, Wasser und Lamm Fett bzw. Butter. Es gibt auch Fladenbrote aus Blätterteig mit in Scheiben geschnittenem Fleisch, Zwiebeln oder Nüssen.

Die Geschichte der Tandyr-Öfen zum Backen von Brot geht auf historische Zeiten zurück. Lokale Töpfermeister geben ihr Können zur Herstellung solcher Tandyr-Öfen von Generation zu Generation weiter. Die wichtigste Regel bei der Herstellung solcher Öfen ist es, Wolle dem Ton beizufügen.
Die Bäckermeister kleben den Fladenteig nebeneinander an die heißen Wände des Tandyrs und dann werden die Brote mit Wasser bespritzt und auf diese Weise unter Dampf und Hitze gebacken.
Viele Traditionen und Bräuche der Usbeken sind mit dem Brot verbunden. Es gibt z.B. die Tradition, dass wenn eine Person für einen längeren Zeitraum das Haus verlässt, sie in ein Stück Brot beißt und dieses Stück solange aufgehoben wird, bis die Person wieder zurückkommt und Rest ausisst.
Jede Gastgeberin begrüßt Gäste mit Brot und Tee. Fladenbrot wird nicht mit dem Messer geschnitten sondern mit der Hand gebrochen. Während der Trauung brechen die Eltern das Brot an dem Tisch des Brautpaares.
Jede Provinz der Republik Usbekistan kennt ihr eigenes Brotrezept mit einem einzigartigen Geschmack.
Das Fladenbrot aus Galaosiyo, einem Dorf in der Nähe von Samarkand, ist weit über die Grenzen der Provinz Samarkand berühmt. Jeder Gast, der Samarkand besucht, kauft Fladenbrote als Geschenk. Das Fergana-Tal ist berühmt für das flockige "Katlama" Brot, das in Öl und Sauerrahm gewendet wird.
Überraschenderweise erhält usbekisches Brot seinen einzigartigen Geschmack, auch wenn es altbacken ist.